Zuerst die Redaktion, dann das System
Ein CMS ist die Arbeitsoberfläche der Menschen, die deine Website pflegen. Trotzdem wird es oft nach technischen Vorlieben ausgesucht. Sinnvoller ist ein Blick auf die tatsächlichen Aufgaben.
Eine Person, die gelegentlich einen Text ändert, braucht etwas anderes als ein Team mit mehreren Sprachen, Freigaben und vielen Inhaltsarten. Diese Unterschiede sollten die Auswahl bestimmen.
Freiheit braucht einen verständlichen Rahmen
Ein völlig freier Seitenbaukasten klingt attraktiv. Im Alltag verlangt er aber bei jeder Änderung neue Gestaltungsentscheidungen: Abstände, Schriftgrössen, Bildformate und die Anordnung auf dem Smartphone.
Gut geplante Module nehmen diese Entscheidungen ab. Die Redaktion wählt eine passende Inhaltsform und füllt sie. Die Website sorgt dafür, dass Darstellung und Verhalten zusammenpassen.
- Welche Inhalte kommen immer wieder vor?
- Welche Varianten werden tatsächlich gebraucht?
- Welche Felder sollten Pflicht sein?
- Was darf die Redaktion verändern, ohne das Layout zu beschädigen?
Inhalte sind mehr als formatierter Text
Eine Adresse, eine Leistung oder eine häufige Frage sollte nicht nur ein hübsch formatiertes Textstück sein. Wenn ihre Bestandteile klar beschrieben sind, lassen sie sich an mehreren Stellen einheitlich verwenden.
Strukturierte Inhalte erleichtern spätere Erweiterungen. Eine Leistungsbeschreibung kann zum Beispiel in einer Übersicht kurz und auf ihrer Detailseite ausführlich erscheinen, ohne dass zwei Kopien gepflegt werden müssen.
Auf ligata.ch sind etwa Überschriften, Texte und Seitenverweise getrennte Felder. Die Redaktion stellt daraus Abschnitte im Block Grid zusammen, und dieselben Module liefern die Vorschau im Editor und die veröffentlichte Seite. Das ist eine Entscheidung für diese Website. Eine Redaktion mit Freigabestufen oder mehreren Sprachen braucht zusätzlich passende Rollen und Abläufe.
Die Übergabe gehört zur Umsetzung
Ein Login ist noch keine Einführung. Eine brauchbare Übergabe zeigt die wiederkehrenden Aufgaben an echten Inhalten: Text ändern, Bild austauschen, Seite anlegen, Vorschau prüfen und veröffentlichen.
Ebenso wichtig sind Grenzen. Wer kümmert sich um Updates? An wen gehen Fragen? Welche Änderungen gehören in die Redaktion und welche in die Entwicklung? Diese Zuständigkeiten sollten verständlich dokumentiert sein.
Nicht jede Website braucht ein CMS
Wenn sich eine kleine Website kaum verändert und Änderungen ohnehin in der Entwicklung stattfinden, kann eine statische Umsetzung die einfachere Wahl sein.
Die Entscheidung lässt sich später bewusst neu treffen. Wichtig ist, Inhalte und Darstellung sauber aufzubauen, statt von Anfang an jede denkbare Funktion einzubauen.